Alarmierung der Feuerwehr PDF Drucken E-Mail
  
Freitag, den 10. Mai 2013 um 00:18 Uhr

Alle Anrufer, die in der Stadt Freiburg und im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald die Notrufnummer „112“ oder die alte, aber in großen Teilen der Bevölkerung noch bekannte Rettungsdienstnummer „19222“ gewählt haben, werden mit der integrierten Leitstelle Freiburg Breisgau-Hochschwarzwald verbunden.

 

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Integrierte Leitstelle Freiburg Lkr. Breisgau-Hochschwarzwald der Feuerwehr und Rettungsdienst (Foto:Patrick Seeger)

 

Entgegen genommen werden sie an einem der 11 mit modernster Technik ausgestatteten Annahmeplätze, die im Leitstellen-Jargon Disponentenplätze heißen. Tagsüber sind immer mindestens 6 und in der übrigen Zeit immer 3 Plätze besetzt. Jeweils zwei weitere, identisch ausgestattete Plätze gibt es in den beiden Lage-Räumen sowie im Landratsamt in der Stadtstraße, wo eine Not-Leitstelle eingerichtet ist, die bei einem Totalausfall in der Eschholzstraße einspringen kann. Insgesamt gibt es 24 Disponenten, jeweils 12 von der Feuerwehr und dem DRK. Bei einem Großschadensereignis ist per Rufbereitschaft gewährleistet, dass alle Disponentenstellen besetzt werden können.

 

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 Modernste Leitstellenarbeitsplätze ( Foto: Patrick Seeger + DRK Freiburg)                                                                        

 

Die Disponenten sind erfahrene, über 15 Monate speziell geschulte Feuerwehrleute und Rettungsdienstmitarbeiter. Damit schnelle Hilfe in allen Fällen garantiert ist, sind die Disponenten des DRK zusätzlich als Gruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr ausgebildet. Umgekehrt haben die Feuerwehr-Disponenten, die mindestens Haupt-Brandmeister sind, noch eine Ausbildung zum Rettungssanitäter absolviert.

 

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 ( Foto: Patrick Seeger)

 

Knifflige Fälle werden aber auch weiterhin im Team besprochen, Auf Zuruf unterstützen sich die Disponenten gegenseitig, wenn sich die einsatzsituation vor

Ort als schwieriger erweist.

Das kann beispielweise auch sein, wenn Anrufer in der hektik unvollständige Angaben machen, oder Sprachschwierigkeiten die Komunikation erschweren.

Dennoch erfolgt die Alarmierung rasend schnell: Durchschnittlich vergehen zwischen Notruf und Alarmierung etwa 20 Sekunden

In dieser Zeit erfragt derDisponent den Einsatzort und Einsatzart und alarmiert die zuständigen Rettungskräfte.

Dies erfolgt vollautomatisch nach der AAO (Alarm und Ausrückeordnung) Die Einsatzdaten werden werden an einen Funkmeldeempfänger übertragen,

den jeder Lebensretter am Gürtel trägt.

 

Ebenso wird bei den Feuerwehren eine Alarmdepeche per Fax unmittelbar zugesendet.

Diese erhält die  -Gefahrenabwehrstufe

                           - Einsatzart

                           - Objekt

                           - Adresse

                           - Einsatzort

                           - Wichtige Informationen

                              - Uhrzeit / Einsatznummer Lst.

 

Swissphone Boss   Swissphone Patron                 Motorola Skyfire 

Digitale Funkmeldeempfänger, die bei der Feuerwehr Saig sich im Einsatz befinden.

(links: Swissphone Boss / Mitte: Swissphone Patron / rechts: Motorola Skyfire, der ausgemustert wird)

Aufgrund der sehr guten Erfahrungen kommen bei der Gesamtfeuerwehr Lenzkirch auschließlich nur Funkmeldeempfänger der Fa.Swissphone zum Einsatz.

 

Um eine so schnelle Alarmierung zu gewährleisten, greifen die Disponenten auf eine schier unglaublich umfangreiche Datenbank zurück. Darin hinterlegt sind unter anderem Einsatzstichworte, und über 12.000 „automatisierte Abläufe“, in denen exakt beschrieben ist, in welchem Notfall an welchem Ort wer genau zuständig ist und was sonst noch zu beachten ist. Der Leitstellen-Mitarbeiter kann sich in Sekundenbruchteilen den richtigen Ausschnitt der Landkarte auf den Bildschirm holen. Ebenfalls sind dort alle Straßen und Gebäude verzeichnet, aber natürlich auch Objekte wie Industriebetriebe, Objekte mit besonderen Gefahren, Krankenhäuser, Altenheime, Gaststätten, bzw. Beherbergungsbetriebe, bis hin zu abgelegenen Höfen im Einsatzgebiet.

Für jede Adresse und Einrichtung im gesamten Einsatzgebiet ist eine detaillierte Alarmierungs- und Ausrückordnung (AAO) festgelegt, die klar regelt, welcher Rettungsdienst und welche Feuerwehreinheit zuständig ist. All dies wird den Disponenten auf vier Monitoren angezeigt - so sind sie über den Einsatz detailliert im Bilde, wissen, wer vor Ort ist und können jederzeit reagieren, wenn zusätzlicher Unterstützungsbedarf besteht.

Mit der im Jahre 2011 in Betrieb genommen, verfügen die Hilfsorganisationen im Stadt und Landkreis über eine Leitstelle nach neusten und modernsten Kenntnissen,

 

 

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Einzugsgebiet der Integrierten Leitstelle Freiburg / Breisgau-Hochschwarzwald (Bild Amtsblatt Freiburg) 

 

Das Einzugsgebiet umfasst den Stadtkreis Freiburg im Breisgau mit ca. 153 Quadratkilometern und den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald mit weiteren 1.378 Quadratkilometern. Auf dieser Fläche leben insgesamt 475.457 Einwohner in ca. 80.000 Wohngebäuden bzw. ca. 210.000 Wohnungen. Das Einsatzgebiet reicht von Vogtsburg am  Kaiserstuhl bis Auggen im Süden, sowie Schluchsee und Löffingen im Osten.

2010 wurden 320.000 Anrufe entgegen genommen - sie vermittelte 4.200 Notfalleinsätze, 55.000 Krankentransporte sowie wurden 4.200 Einsätze der Feuerwehren koordiniert.

 

Europäische Notrufnummer 112

Mit Inbetriebnahme der Integrierten Leitstelle (ILS) ist für alle Notfälle, ganz egal ob Hausbrand, medizinischer Notfall, Krankentransport oder ein Verkehrsunfall mit Verletzten der zentrale, europaweit gültige Notruf über die 112 die richtige Wahl. Die bisherige Rettungsdienst-Notrufnummer „19222“ ist zwar auch weiterhin in Betrieb, weil sie in weiten Teilen der Bevölkerung bekannt ist. Aber auch diese Anrufe landen in der ILS. Trotzdem ist es nicht ganz egal, welche Nummer man wählt: Der Notruf über die 112 funktioniert nämlich fast immer: Er wird gegenüber „normalen“ Nummern bevorzugt behandelt, das heißt selbst bei überlasteten Telefonnetzen bleiben Leitungen für Notrufe frei. Außerdem ist die 112 immer kostenlos, kann also ohne Bezahlung von jeder Telefonzelle aus benutzt werden. Auch von Mobiltelefonen, auf denen kein Guthaben mehr gespeichert ist, sind Notrufe an die 112 (und auch an den Polizei-Notruf 110) jederzeit auch ohne Vorwahl möglich - sofern der Akku noch genügend Leistung hat.

 

Bericht wurde erstellt mit Textausschnitten zu Verfügung gestellt von DRK Freiburg und Amtsblatt Freiburg

Foto´s wurden von Patrik Seeger Fotograf Freiburg  und DRK Freiburg zu Verfügung gestellt

Wir bedanken uns recht herzlich  

Aktualisiert ( Dienstag, den 14. Mai 2013 um 16:58 Uhr )
 
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